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Autor: Simon Jacob
Ort: Erbil/Ankawa, Irak
Kategorie: Interview
Rubrik: Minderheiten, Extremismus
Datum: 29.12.2015
Portal: www.zocd.de
Textdauer: ca. 2 Min.
Videodauer ca. 18 Min.
Sprache: Deutsch
Titel: Dreikönigsmesse – Interview mit Bischof Nicodemus Dawoud M Sharaf
 


 

Dreikönigsmesse – Interview mit Bischof Nicodemus Dawoud M Sharaf

2014, kurz nach der Invasion des Islamischen Staates in Mosul, der Vertreibung 100.000er Christen und Jesiden, des Massakers an tausenden Christen, Jesiden und Schiiten, der Unterdrückung tausender Sunniten, führte ich mit seiner Eminenz Bischof Nicodemus Dawoud M Sharaf im Rahmen einer ZDF-Reportage ein Interview zur aktuellen Lage.

Es war erschütternd. Denn mit der Eroberung Mosuls durch die Schergen des IS endete die 1500 jährige Geschichte der Syrisch – Orthodoxen Kirche in der Region. Es war allgemein das Ende christlichen Lebens in der alten Königsstadt, die einst so kulturreich und voller historischer Schätze war.

Leider, und da muss man vielen Politkern widersprechen, war die Entwicklung vorauszusehen.

Der IS ist Realität und zerstört, wütet und mordet.

Und die ganze Welt hat dabei zugesehen, so der Vorwurf seiner Eminenz.

Ein Jahr später, wieder in Erbil, hatte ich eine weitere Möglichkeit mit dem Geistlichen der Syrisch – Orthodoxen Kirche ein Gespräch zu führen.

Über einem Jahr nach der Katastrophe sind seine Worte wieder erschütternd.

Und ein weiteres Mal klagt er auch den Westen an.

Doch das was mich am meisten betroffen machte waren seine Prognosen für die Christenheit im Zweistromland Mesopotamien, welches die ursprüngliche Heimat vieler indigener Völker ist. So auch der christlichen Assyrer und Chaldäer, denen laut Nicodemus nur noch zwei Jahre bleiben.

Damit ist er pessimistischer als viele andere christliche Politiker, die das Ende der christlichen Minderheiten in fünf Jahren, wenn sich nichts verändert, sehen.

Die Rufe nach einer Sicherheitszone in der Ninive - Ebene, ausgehend von den Kirchen und Politikern, werden immer lauter.

Simon Jacob,

Erbil/Ankawa

 

 

Buchtipp:

 

Seit Jahren reist Simon Jacob durch Länder wie Syrien, Irak oder Iran. Als Angehöriger eines wichtigen Clans gelangt er an Orte, die für andere nie zuganglich waren. Dort spricht er mit Menschen, immer auf der Suche: der Suche nach Frieden, auch seinem eigenen Inneren. Seine Reise schildert auch die Schrecken dieser Kriegsgebiete. Aber mehr noch zeigt dieses Buch, dass und wie Friede wirklich möglich ist. Eine Botschaft, die vor allem in diesen Tagen Mut und Hoffnung macht und motiviert, zu kämpfen für eine bessere Zukunft und für etwas, was Simon Jacob ausgerechnet im Irak und in Syrien wiedergefunden hat: Menschlichkeit.

 

 

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