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+ + + Pressemitteilung + + +

 
Zwischen Aserbaidschan und Armenien sind seit September dieses Jahres erneut massive und blutige Kampfhandlungen um die Region Bergkarabach aufgeflammt. Eine jüngst unter russischer Vermittlung vereinbarte Feuerpause scheint nicht eingehalten zu werden. Beide Seiten beschuldigen sich gegenseitig, die Feuerpause zu missachten. Hunderte von Soldaten und Zivilisten wurden unlängst getötet; tausende von Zivilisten sind auf der Flucht. Bereits in den 90er Jahren fanden Zehntausende bei Kampfhandlungen den Tod, wohl mehr als 1 Mio. Menschen wurde damals zur Flucht gezwungen.
 
Der Zentralrat Orientalischer Christen in Deutschland verfolgt die aktuellen Ereignisse mit großer Sorge und Trauer.
 
Er fordert beide Seiten auf, sofort an den Verhandlungstisch zurückzukehren, die Kampfhandlungen unverzüglich einzustellen und sich auf der Grundlage von sozialer Gerechtigkeit und freier Entfaltung der Persönlichkeit um eine friedliche Lösung des Konflikts nachhaltig zu bemühen.
 
Aus christlicher und muslimischer Sicht ist die Zerstörung menschlichen Lebens eine schwere Sünde. Kein noch so hehr formuliertes Ziel rechtfertigt kriegerische Handlungen.
 
Der ZOCD ist überzeugt, dass Menschen
 
-             in Kriegen ihre Menschlichkeit einbüßen
-             die Fundamente jeder Zivilisation und jeglichen zivilisierten Verhaltens zerstören
-             keinen Krieg aus religiöser Sicht als gut oder moralisch gerechtfertigt einstufen dürfen
 
Wir fordern deshalb alle Beteiligten zur Rückbesinnung auf einen friedvollen Umgang miteinander auf, zum Respekt vor den Menschen und ihren religiösen Überzeugungen sowie positiven Entwicklungsmöglichkeiten.
 
Viele Mitglieder des Zentralrates Orientalischer Christen in Deutschland haben selbst Krieg und Vertreibung erlebt. Diese Menschen können deshalb beurteilen, was es heißt in Frieden und Freiheit zu leben.
 
Die einstmalig kriegführenden Mächte in Europa haben es vorgemacht. Sie existieren seit mehr als 70 Jahren ohne Krieg, zum Wohle der Menschen, haben Einigkeit, Recht und Freiheit zum Wohle selbstbestimmter Menschen gemehrt.
 
Diese Erfahrung eines friedvollen Miteinanders wünschen wir allen Menschen auf der Welt.
 
München, 13.10.2020
Der Vorstand