Erneuter Anschlag auf Christen in Ägypten

Wieder kam es gestern zu einem terroristischen Anschlag auf koptische Christen in der Provinz Al-Minya. Die Pilger waren auf dem Heimweg vom Kloster des Heiligen Samuel des Bekenners, als plötzlich der Bus angehalten wurde und man das Feuer eröffnete. Einem Kirchensprecher zufolge seien dabei mindestens 7 Menschen getötet sowie mindestens 14 Menschen schwer verletzt worden.

Im Mai 2017 ereignete sich bereits ein ähnlicher Anschlag des IS in dieser Region, bei dem 29 Kopten getötet und 23 verletzt wurden.

Abdel Fattah al-Sisi, der Präsident Ägyptens, erklärte in einer ersten Stellungname, man werde die Täter kompromisslos verfolgen und im Kampf gegen militanten Islamisten nicht nachlassen.

Die Kopten stellen in dem nordafrikanischen Land Schätzungen zu Folge mit bis zu 40 Millionen Gläubigen (inkl. heimliche Konvertiten), bei einer Gesamtbevölkerung Ägyptens von ca. 98,3 Millionen Menschen (http://countrymeters.info/de/Egypt), die letzte große christliche Gemeinschaft im Nahen Osten und damit weitaus mehr, als von den Leitmedien angegeben wird. Genaue Zahlen werden aus Gründen der „Nationalen Sicherheit“ offiziell nicht bekanntgegeben. Die meisten von ihnen gehören der Urkirche Ägyptens, der Koptisch-Orthodoxen Kirche, an, welche ca. 61 n. Chr. von dem Heiligen Apostel und Märtyrer St. Markus gegründet wurde. Des Weiteren gibt es Angehörige der Katholischen und der Evangelischen Kirche. Die Christen Ägyptens werden als Minderheit bezeichnet, was nur partiell stimmt. Zahlenmäßig sind die Christen in Ägypten zwar eine Minderheit, aus kultureller Sicht betrachtet jedoch nicht, denn sie stammen von den Alten Ägyptern ab, welche im 1. Jahrhundert durch St. Markus christianisiert wurden.

 

Markus Meleka

Vorstandsmitglied ZOCD

 

Bildquelle: https://www.businessinsider.com/r-egypts-christians-bury-victims-of-latest-militant-attack-2018-11?IR=T