Arbeitskreis Ökumene

Europa unterliegt als Heimat zahlreicher Einwanderer einem ständigen Wandel.

Religion ist als Bestandteil der Gesellschaft in ihren verschiedensten Ausführungen, Facetten, Farben und Strömungen der seelische Kitt, welcher Menschen einer stark konsumorientierten Welt Halt und Frieden gibt.

Dabei ist Religion als integraler Bestandteil einer demokratischen Gesellschaft zu verstehen, in der das Individuum die Freiheit der Religion als selbstverständliches Menschenrecht und eines der wichtigsten Grundrechte eines Bürgers in einer freien Welt betrachtet. Entsprechend ist das Recht seiner Religion nachgehen zu können ein fundamentaler Bestandteil einer funktionierenden und pluralistischen Gesellschaft. Doch sollte und ist die Religion nicht das Primat einer demokratischen Grundordnung.

Sie sollte als moralischer Anker dazu dienen, den Frieden in der Gesellschaft zu fördern, zu bewahren und den Dialog mit allen Menschen, egal ob nun religiös oder nicht religiös, weiter auszubauen.

Die Mitglieder orthodoxer Kirchen und deren Nachfahren in der dritten, vierten Generation, die ihre Wurzeln im Nahen Osten, in Zentralasien oder sogar in Osteuropa haben, stehen vor immensen Herausforderungen, die sich bereits jetzt in den Gemeinden bemerkbar machen.

Dabei stellt sich die essentielle Frage, wie man als Christ mit einem orthodoxen Glaubensbekenntnis sich in eine hochtechnisierte und digitalisierte Gesellschaft einbringen kann, ohne die eigene Kernidentität zu verlieren.

Oft kommt es einem wie ein Spagat zwischen zwei Welten vor, der gerade die Jugend beschäftigt.

Auf der einen Seite ist es die Demokratie mit all ihren Vorzügen, welche maximale Freiheit gepaart mit einem konstanten Frieden gewährt.

Doch ist es oft auch diese unendliche Freiheit, in der sich besonders junge Menschen verlieren und nach einem identitätsstiftenden Halt suchen.

Wie sieht dieser Halt denn nun aus?

Müssen wir neue Wege einschlagen?

Da die Welt sich in einem immer schnelleren Tempo verändert, können auch religiös veranlagte Bürger Europas Veränderungen nicht einfach ausblenden.

So liegt es nun besonders an den Jungen, die verschiedensten orthodoxen Denominationen angehören, einen Mittelweg zu finden, welcher gleichzeitig die Demokratie in ihren Grundfesten stärkt, aber auch der Religiosität im Menschen Spielraum einräumt, um eben jener technologischen und konsumorientierten Beschleunigung zu entkommen, die seelisch dermaßen strapaziert.

Der Zentralrat Orientalischer Christen hat sich deswegen vorgenommen nicht nur den lokalen Dialog unter den Gemeinden zu suchen, so z.B. gefördert und intensiviert durch Vorträge und Workshops.

Einmal im Jahr möchten wir auch alle Jugendlichen samt Klerus zusammenrufen, um gemeinsam über Glauben, Demokratie sowie die Herausforderungen unserer Zeit zu debattieren, diskutieren oder auch zu streiten und zu lachen.

2019 soll dies, in Zusammenarbeit mit weiteren Organisationen, erstmals erfolgen.

Unter dem Motto „Lasst uns Brücken im Glauben bauen“ wird die Veranstaltung „Brückenbauer im Glauben“ stattfinden, zu der wir die Jugend einladen.

Aber nicht nur der innerchristliche Austausch liegt uns am Herzen. Getreu unserem Motto "Frieden durch Dialog" suchen wir diesen, manchmal zwar kritischen aber immer auf Augenhöhe geführten Diskurs, mit allen anderen Religionsgemeinschaften und ihren unterschiedlichen Strömungen. Dies geschieht nicht nur bei Podiumsdiskussionen, sondern zum Beispiel auch bei zwanglosen Zusammentreffen von Menschen verschiedenster Nationalitäten, Ethnien und Glaubensrichtungen, wie vor kurzem in Zusammenarbeit mit dem Verein "Project Peacemaker e.V." ausgerichtet.

 

Leitung des Arbeitskreises:

 

Heinz Neff (Beirat ZOCD)

Simon Jacob (Vorstand ZOCD)